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Heute bin ich genau zwei Jahre auf Reisen und habe noch keine Tag bereut. Die Unsicherheit beim Anfang ist heute einer Gelassenheit gewichen und doch bin ich jeden Abend gespannt, was der neue Tag bringen wird. Viele Ereignisse sind noch wie gestern in meinem Gedächtnis und an viele Personen, die ich in dieser Zeit kennen gelernt habe, muss ich immer wieder denken. Die Donaureise, das Schwarze Meer, das Marmara Meer, die Türkei, Griechenland, Italien, Malta, Tunesien, Pantelleria, Sardinien und Spanien waren bisher meine Stationen. Doch es liegt noch ein weiter Weg vor mir und ich hoffe das ich alle auftauchenden Schwierigkeiten und Probleme so gut meistern kann wie bisher. Hier in Gibraltar mache ich in einer neuen Marina (La Linea – Spanien) noch eine kleine Pause bevor das Abenteuer Atlantik beginnt.

Markthalle in Gibraltar

Durch die Landebahn geht die Straße und der Verkehr muß gesperrt werden

Jetzt fließt der Verkehr wieder
Von La Linea sind Helga, Günter und ich zu Fuß nach Gibraltar gelaufen und haben die Stadt besichtigt. In den Marinas haben wir nach einen Liegeplatz gefragt und ab Mittwoch könnnen wir eine günstigen Platz bekommen. Leider mußten wir feststellen, das in unserer Abwesendheit die Sicherungskette von Günters Schlauchboot abgesprengt und die Motorhalterung beschädigt wurde.

Ab 05:00 Uhr war starker Schwell, BALU schaukelt die ganze Zeit hin und her. Doch zunächst war wieder kein Wind. Ab 11:00 Uhr reichte der Wind zum Segeln, er kam aber wie so oft aus der falschen Richtung. So mussten HELGOLAND und BALU gegen an kreuzen. Im Windschatten von Gibraltar wurden dann die Segel geborgen und das letzte Stück mußte die Maschine gegen an kämpfen. Um 17:00 Uhr rundeten wir “Cap Europa” und jetzt liegen wir im spanischen Teil der Bucht vor Anker.
Morgen verholen wir uns in die Marina Bay in Gibraltar.
Tagesetmal 42 Seemeilen in 9 Stunden
La Linea 36°09,59′N 005°21,76′W

Gibraltar in Sicht

Cap Europa

La Linea
Morgens um 09:00 Uhr haben wir unseren Ankerplatz verlassen. Gegen Mittag konnten wir auch eine zeitlang segeln, doch dann schlief der Wind wieder ein und der Motor mußte wieder herhalten. Nachmittag habe ich in der Marina Bjadilla angelegt und nach einen Liegeplatz gefragt. Es war aber nur einer für ein 15 m Schiff frei und der sollte 34 € pro Tag kosten. Das war mir zu teuer. Ursprünglich wollte ich mir einen Stierkampf in Marbella ansehen,da aber der Liegeplatz schon so teuer ist habe ich daruf verzichtet. Vorallen dingen hätte ich erst noch schauen müßen, ob ich überhaupt noch eine Karte für die Arena bekommen hätte. So liegen HELGOLAND und BALU wieder vor einem Strand vor Anker.
Tagesetmal 35 Seemeilen
Marbella 36°30,14′N 004°54,86′W
Mangels Wind habe ich heute wieder einen Stadtbummel gemacht. Ich war in den Markthallen und habe ein altes Weinlokal gefunden. Hier gibt es den Wein noch direkt Vom Fass. Beim C&A habe ich auch noch was vom Sommerschlussverkauf bekommen. Am Nachmittag habe ich gelesen und war ein paar mal beim Baden.
Lufttemperatur 31° Wasser 25°

Markthalle

Fischmarkt

Weinhandlung in Malaga
Da mal wieder kein Wind ist, beschließt die Besatzung der HELGOLAND und der BALU den Tag mit einem Stadtbummel zu verbringen. Obwohl es sehr heiß ist, macht es Spaß durch die Altstadt zu bummeln und die historischen Bauwerke zu bewundern. Die Altstadtpassagen sind mit großen Tüchern beschattet und so
genießen wir den Spaziergang durch die Fußgängerzone. Am Nachmittag geht es wieder mit dem Schlauchi zurück zu den Schiffen.

Im Dom von Malaga

Fußgängerzone - Malaga

Rathaus von Malaga
Kein guter Segeltag, morgens erst kein Wind und ab Mittag aus der falschen Richtung mit sehr starken Wellen. Der Versuch gegenan zu kreuzen scheitert kläglich. Strömung und Wellen setzen BALU soweit zurück, das wir rückwärts segeln. Da kein andere Unterschlupf in der Nähe ist, bleibt nur der Weg vorwärts. Zweimal steigen Wellen in das Schiff, so dass das Cockpit voll Wasser steht. Da Malaga keinen Yachthafen hat, bleibt uns nur wieder ein Ankerplatz hinter der Hafenmole.
Tagesetmal 39 Seemeilen in 9 Stunden unter Motor.
Malaga 36°42,91′N 004°24,50′W
Morgens um 06:30 Uhr wache ich auf. Der Wind hat gedreht und wir liegen auf Legerwall (der Wind drückt das Schiff auf die Küste). Noch halten sich Wind und Wellen in Grenzen, aber an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Um 08:30 Uhr gehen beide Schiffe (HELGOLAND und BALU) Anker auf. Der Wind kommt aus 270 ° und unser Kurs ist 280°, also müssen wir gegenan kreuzen. In 2,5 Stunden haben wir 12 Seemeilen zurück gelegt, aber nur 6 Seemeilen Richtung Ziel gut gemacht. Für die geplante Strecke zum nächsten Hafen würden wir so ca. 14 Stunden brauchen. Als wir eine Bucht mit Segelbooten vor Anker sehen, beschließen wir (per Funk)die Tagesetappe abzubrechen. Wir bleiben in der Bucht liegen und ich wasche einen Teil meiner Wäsche.
Almunecar 36°44,68′N 003°39,43′W
Schon morgens ist es sehr warm und kein Wind. Da weder der Hafen noch die Ortschaft etwas zu bieten haben, geht es weiter Richtung Westen. In der Hoffnung, dass etwas Wind aufkommt, setzte ich noch vor Anker liegend mein Großsegel und dann heißt es wieder Anker auf. Es bleibt aber den ganzen Tag bei Windstärke 1 (Bft) und so motoren HELGOLAND und BALU die Küste entlang. Dieser Küstenabschnitt besteht eigentlich nur noch aus Gewächshäuser, sonst ist nichts zu sehen. Wir ankern kurz vor Motril an einem Badestrand. Laut Wetterbericht soll es in der Nacht windstill bleiben.
Tagesetmal: 36 Seemeilen in 7,5 Stunden Tageshösttemperatur 29°
Motril 36°42,75′N 003°30,21′W
Der Wind hat auf Nord-Ost gedreht, unser Liegeplatz war gut geschützt. Um 09:30 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg. Der zunächst schwache Wind nimmt im Laufe des Tages zu bis auf 6 Bft. Gegen Abend läst es wieder etwas nach. Es ist ein anstrengendes Segeln, da der Kurs fast ständig “vor dem Wind” ist. Doch die beiden Boote kommen sehr gut voran. Um 19:00 Uhr fällt der Anker vor dem Hafen von Almerimar auf 4,5 Meter Wassertiefe mit 25 Meter Kette.
Tagesetmal : 51 Seemeilen in 8,5 Stunden (1 Std. Motor)
Almerimar 36°41,99′N 002°48,19′W
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