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10. Januar 2011 20:00 Uhr

Das Telefon steht nicht still. Freunde von Bodo die Ihre Hilfe anbieten und Zeitungen die nach Bildern und neuesten Nachrichten fragen. Auch wenn es gut gemeint ist. Bitte ruft nicht mehr an. Ich werde alle Neuigkeiten hier veröffentlichen.

Ich habe gerade mit MRCC Fort de France telefoniert. Die Gute Nachricht: Sie haben doch noch nicht aufgegeben zu suchen. Heute Morgen wurden 2 Flugzeuge losgeschickt und heute Mittag eins. Gerade eben macht sich noch einmal eine großes Propellerflugzeug startklar. Das wird aber das letzte sein, sagte mir der Mann vom MRCC da bisher alle Suche vergebens war. Martinique ist 5 Stunden zurück, also jetzt ist gerade Nachmittags und noch ein paar Stunden bis Einbruch der Dunkelheit.

Das Konsulat hat sich gemeldet

Zitat Anfang==>> Zwischenzeitlich habe ich Martinique kontaktiert. Zuerst einmal den Hafen von LE MARIN, wo das Boot aktuell vor Anker liegt. Dort gab man mir einen weiteren Kontakt, denn die Suchaktionen werden derzeit noch von der Gendarmerie Nautique geleitet. Dies bedeutet, dass nach wie vor Hubschrauber im Einsatz sind, um nach Ihrem Bruder zu suchen. (…).
Man geht eindeutig von einem Unfall aus, wie mir Herr MARTINI mitteilte. Das Beiboot befindet sich leider nach wie vor an Bord des Schiffes. Ihr Bruder hatte wohl Motorprobleme, vermutet man, und es sieht so aus, als sei er über Bord gegangen, während er im hinteren Teil des Bootes nach Werkzeug suchte, um ein Teil aus dem Motor zu reparieren (es lag Werkzeug an Bord ausgebreitet herum). Man hat an Bord keine Rettungsweste gefunden und hofft somit, dass Ihr Bruder diese am Körper trägt. Es wird vermutet, dass sich der Unfall in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar so gegen 4:00 Uhr morgens ereignet hat.

Das Boot ist derzeit noch polizeilich beschlagnahmt. Es kann erst nach Abschluss der Ermittlungen freigegeben werden.

Vorerst ist es für Sie nicht erforderlich, in Martinique anzureisen. Es ist der Ausgang der Ermittlungen abzuwarten. Im schlimmsten Falle müsste sich natürlich jemand um das Boot kümmern, wenn man Ihren Bruder nicht oder nicht lebend auffindet. Herr MARTINI hat mir versprochen, mich auf dem Laufenden zu halten, falls es etwas Neues gibt. Natürlich werde ich Sie dann sofort informieren.
Es wäre schön, wenn Sie mich ebenfalls auf dem Laufenden halten könnten, falls Sie Neues erfahren. Sie sagten ja, dass andere Segler auch nach Ihrem Bruder suchen…

Ich wünsche Ihnen viel Kraft.

>=== Zitat Ende

Jetzt warte jetzt das Rene anruft. Er wird wohl erst Abends durchkommen.

10. Januar 2011 8:00 Uhr

Im Bericht der MRCC heißt es, dass die Suche um 22.00 Uhr MEZ eingestellt wurde.
Die SY BALU wurde nach „Le Marin“ auf Martinique eingeschleppt und wird von der Polizei untersucht. Der Motor war defekt, anscheinend hatte man versucht die Kühlwasserpumpe zu reparieren.
Fundposition der Yacht wurde angegeben mit: 14°11,65’N 060°58,02’ W
Abgesuchtes Gebiet : Zwischen 14°24’ N und 14° 15’N sowie 61°02’W und 60°40’W.

13.05 aufgefunden von der SY „Makanikai“, niemand an Bord.

13.22 Rescue Boat SNS 428 eingesetzt.

13.25 Heli eingesetzt.

13.51 SY Brava vor Ort,bestätigt Angaben der ersten Yacht.

14.05 Rescue Boat SNS von Le Marin ausgelaufen

14.40 Heli gestartet von Lamentin Airport

15.12 Heli setzt Rettungstaucher an Bord ab.

15.24 Rescue Boat vor Ort,Schleppverbindung

15.30 setzen Suchflugzeug ein

16.00 Heli wieder zurück in Lamentin a/port

17.30 Suchflugzeug gestartet

17.52 Flugzeug vor Ort

22.00 Suche eingestellt,abgesuchtes Gebiet siehe oben

21.04 Schlepp im Hafen Le Marin angekommen

09. Januar 2011 23:10 Uhr

Da MRCC Bremen hat mich verständigt das die Suche wegen Dunkelheit eingestellt wurde. Sollte es keine neuen Hinweise geben, wird Morgen auch nicht weiter gesucht.

Es gibt nichts was wir tun können, außer hoffen, dass Ihn ein anderes Schiff aufgenommen hat oder er nahe genug am Ufer war um es schwimmend zu erreichen.
Ich werde Morgen versuchen mit dem Auswärtigen Amt zu klären, wie wir uns weiter verhalten sollen.
Thomas

ohne Worte

Sehr geehrte Leser dieses Blogs

Leider gibt es eine sehr dramatische Entwicklung dieser Reise.
Heute hat mich die Deutsche Seenotrettung angerufen und darüber informiert das die BALU mit gesetzten Segeln zwischen Matrinique und St. Lucia treibend gefunden wurde. Es ist niemand an Bord.
Daraufhin habe ich mit der MRCC FORT DE FRANCE (Seenotrettung in der Karibik) telefoniert. Die BALU wird in den Hafen geschleppt. Ein Suchflugzeug ist in der Luft. Die Familie und Freunde, soweit mir bekannt, habe ich direkt verständigt.
Ich werde informiert sobald es Neuigkeiten gibt und werde dies dann auch hier veröffentlichen.

Thomas Rufenach

Samstag, der 08. Januar 2011

Der 28. Tag auf See – Der Wind hat wieder zugenommen und weht aus ONO bis Ost mit 4-5 Bft. Auch die See ist dementsprechend grob. Balu läuft gut und ist auch (für seine Verhältnisse) sehr schnell. Doch für die Nacht lege ich lieber zwei Reffs ins Großsegel und Verkleinere das Vorsegel dementsprechend.
Um 23:00 Uhr UTC taucht ein Schiff auf dem AIS auf. Es ist auf Kollisionskurs. Ich bleibe auf und beobachte den Track des fremden Schiffs. Bei einer Distanz von 4 Seemeilen melde ich mich per Funk bei dem Schiff. Es ist die „VALLE AZZURRA MMSI 24722660“, er bestätigt mir, das er mich gesehen hat, bleibt aber, als Überholer, weiterhin auf Kollisionskurs. Mittlerweile habe ich den Motor auf Standbei laufen und bei einer Distanz von 300 Meter fahre ich ein Manöver des letzten Augenblicks. Auf Meine Beschwerde per Funk reagiert der Rudergänger des Frachters nicht mehr. Er hat die ganze Zeit stur seinen Kurs beibehalten. Ich werde mal sehen, das ich die Rederei des Fahrzeugs heraus bekomme und mich dann schriftlich beschweren. Ich kann jedem nur die Anschaffung eines AIS empfehlen.
Den Rest der Nacht schlafe ich sehr unruhig und kontrolliere häufig das Umfeld und die Instrumente.
Das Tagesetmal (126 Seemeilen)war sehr gut und nun sind es nur noch 101 Seemeile bis zum Ziel.

Position um 12:00 Uhr UTC: 14°30’N 059°22,62’W

Freitag, der 07. Januar 2011

Der 27. Tag auf See – Nun hat sich langsam doch der Passat durchgesetzt und BALU macht ordentliche Tagesetmale. Heute waren es 111 Seemeilen. Auch der Seegang hat sich normalisiert. Am Nachmittag sitze ich im Cockpit und schäle Kartoffeln für mein Abendessen. Die Schaukelei hält sich in Grenzen und ich kann prima kochen. Wie jeden Abend sitze ich zum Sonnenuntergang im Niedergang und sehe zu wie die Sonne am Horizont verschwindet. Zum letzten Abendrot genieße ich mein Feierabend-Bier. Eine letzte Kontrolle der Segel und der Wetterlage und ich lege mich erstmal für ein bis zwei Stunden hin. Da zur Zeit überhaupt kein Schiffsverkehr in Sicht ist, kontrolliere ich alle 2 Stunden meinen Kurs, die Segel, das Wetter und den Horizont. Es war aber wieder eine ruhige, aber lange Nacht. Um 10:00 Uhr UTC ging erst die Sonne auf.

Position um 12:00 Uhr UTC: 14°44,92’N 057°16,93’W

Donnerstag, der 06. Januar 2011

Der 26. Tag auf See – Bei leichten Wind habe ich den Spi-Baum wieder gegen den Ausbäumer gewechselt. Trotz großer Cumuluswolken blieb der Wind aus und es war eine ruhige Nacht. Auch auf dem AIS war kein Schiff in Sicht. Um 09:30 UTC wurde es dann hell, der Wind und der Seegang haben etwas zugenommen, wobei es mehr Seegang als Wind ist. Da BALU in den Wellen immer wieder stark aus dem Kurs läuft, muss ich das Großsegel wieder etwas reffen. Der Ausbäumer ist im Verhältnis zum Großsegel einfach zu kurz und ich kann nicht genügend Vorsegel setzen. Mal sehen, ob ich ihn irgendwo mal um einen halben Meter verlängern lassen kann. Immer wenn Balu von den Wellen angehoben wird luvt er an und fällt anschließend wieder ab. Mein Tagesetmal war mit 115 Seemeilen gut.

Position um 12:00 Uhr UTC: 15°13,38’N 055°29,29’W

Mittwoch, der 05. Januar 2011

Der 25. Tag auf See – Tagesablauf:
12:00 UTC: Navigation, eintragen in die Seekarte, Segelkontrolle und Änderungen
15:00 UTC: Navigation, Mittagessen
16:00 UTC: Blog und Emails schreiben und senden
17:00 UTC: Lasse den Stromgenerator zum laden der Batterien und Laptop laufen
18:00 UTC: Navigation, Kaffee und Wetterbeobachtung für die kommende Nacht
20:00 UTC: Abendessen
21:00 UTC: Sonnenuntergang, Navigationskontrolle
23:00 UTC: Nachtruhe
00:00 UTC: Navigation (Standortbestimmung mit GPS, Segelkontrolle, Ausguck)
06:00 UTC: Navigation,
09:00 UTC: Aufstehen, Waschen, Frühstück, Navigation, Bilgen kontrollieren,
12:00 UTC: Navigation, eintragen in die Seekarte, Segelkontrolle und Änderungen

Leider ist immer noch wenig Wind. Ich habe jetzt alles an Segel gesetzt, was möglich ist und BALU läuft ganz gut, aber die Rollbewegungen sind auch stärker.
Das letzte Tagesetmal ist 98 Seemeilen und langsam komme ich dem Ziel näher.

Position um 12:00 Uhr UTC: 15°43,09’N 053°37,43’W

Dienstag, der 04. Januar 2011

Der 24. Tag auf See – Es war eine sehr ruhige Nacht, sogar mit Wind und ich bin gut voran gekommen. Heute Morgen habe ich die Segel geschifftet (die Seiten gewechselt) um nicht zu weit nach Norden vom Kurs abzukommen. Dabei musste ich feststellen, das der oberste Mastrutscher gebrochen ist. Also das Großsegel bergen und den Rutscher austauschen. Zum Glück musste ich nicht in den Mast steigen, die Reste sind von alleine runter gekommen. Jetzt am Tag ist wieder leichter Wind der Stärke 2 -3 Bft und BALU läuft mit ca. 4 Knoten. Das letzte Tagesetmal waren 112 Seemeilen und jetzt sind es noch 535 Seemeilen nach Martinique.

Position um 12:00 Uhr UTC: 16°04,35N 052°00,15’W

Montag, der 03. Januar 2011

Der 23. Tag auf See – Nach einer Regenfront am gestrigen Abend blieb der Wind über Nacht konstant, wenn auch schwach. Der AIS meldete drei Schiffsbegegnungen, ansonsten war es eine ruhige Nacht. Heute Morgen zogen noch einmal dicke Cumuluswolken durch und jetzt habe ich Passatwind mit 3-4 Bft.
Tageshösttemperatur 29°; Tagesetmal 94 Seemeilen; Biervorrat noch 20 Dosen; Distanz bis Martinique 642 Seemeilen.

Position um 12:00 Uhr UTC: 16°06,03’N 050°08.53’W