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Dienstag 14. Okt. 2008

Nachdem der Morgennebel sich verzogen hat, starte ich doch schon sehr zeitig. Es ist kurz nach 8 Uhr. Da das Fahrwasser breit und tief ist, mache ich zunächst das Schiff sauber und hole dann den Generator und die Waschmaschine raus. Bis Mittag habe ich 4 Trommeln gewaschen (je 1,5 kg) und aufgehängt.

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Nachmittags kann ich die Wäsche trocken wieder abnehmen und kurz vor dem Sulina Kanal ist alles wieder aufgeräumt.

In Tulcea lege ich an einem alten Raddampfer an.

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Der Kapitän lädt mich auf einen Kaffee ein und zeigt mir sein historisches Schiff.

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Der Liegeplatz kostet 12 Euro.

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Mittwoch 01. Okt. 2008

Letzte Nacht lag ein großes Passagierschiff am Ponton vor mir. Die ganze Nacht liefen die Motoren. Deshalb habe ich auch nicht besonders gut geschlafen. Aber pünktlich um 07:30 Uhr ging heute Morgen die Sonne auf. Da das Wasser wärmer ist als die Luft bildete sich zuerst ein leichter Nebel, der aber ziemlich bald verschwand. So konnte ich doch zeitig starten. Leider sind meine Unterlagen nicht mehr ganz aktuell, so das ich bei Kilometer 759 die falsche Fahrrinne benutzen wollte und mal wieder im Schlick aufgelaufen bin. Nach dem BALU wieder frei war, bin ich gemütlich einem Schubverband gefolgt und musste mich nicht immer auf den Fahrrinnenverlauf konzentrieren.

Raddampfer Radezky

An Lom vorbei zum Raddampfer Radetzky, einen Nachbau als Denkmal für den Musiker Radetzky, der mit diesem Schiff die Türken bezwingen wollte. Kurz vor der Ortschaft Oriahova habe ich auf der rumänischen Seite meinen Anker ausgebracht und für heute Feierabend gemacht.

Montag 22. Sept. 2008

Der Wasserstand ist weiter gestiegen und die Donau transportiert jetzt auch sehr viel Dreck.
Vormittag habe ich gesehen, wie die Bauern ihre Gurken und Paprika, in einer großen Trommel die am Traktor hängt, in der Donau waschen. Ich war leider zu weit entfernt, sonst hätte ich sie gerne fotographiert. In Belgrad angekommen, erweist sich die im Buch beschriebene Marina mal wieder als Flopp. An der Stegen sind alle Plätze voll belegt und in der Zufahrt bleibe ich immer wieder stecken. Ich fahre ein Stück weiter in die Mündung der Save. Dort sehe ich zwei Angler auf einem am Ufer festgemachten Lastkahn.

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Ich frage ob ich bei ihnen anlegen kann und sie helfen mir sofort beim Festmachen. Der Vorstand des Angelvereins fährt mit mir zur Polizei und zum Hafenkapitän zum Anmelden. Bei der Rückfahrt nehmen wir noch eine Kiste Bier mit, für die Vereinsmitglieder. So leicht kommt man hier zu einem Liegeplatz. Zu Fuß gehe ich noch Diesel einkaufen und jetzt gehe ich auf das Nachbarboot, ein Restaurant, Fisch essen.

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Donnerstag 18.09.2008

Heute kommt die Außengrenze von Europa, bisher hatte ich wegen dem Schengener Abkommen keine Grenzvormalitäten zu beachten. Nach dem Anlegen am Zollsteiger (Anleger) muss ich noch mal den Platz wechseln, da der Platz für das Zollboot benötigt wird.
Die Zollbeamten erklären mir den Weg durch die einzelnen Behörden und alle sind sehr freundlich und begleiten mich von einem zum anderen. Es geht alles sehr schnell und innerhalb einer Stunde ist alles erledigt.

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Als nächstes kommt die Grenze zu Serbien. Die erste Zollstation ist in Bezdan.
Für die Formalitäten wird die Hilfe eines Agenten angeboten. Da man ein Permint benötigt und dieses in Dinar bezahlen muss, ist es das einfachste diesen Dienst anzunehmen. Insbesondere da sich die Gebühren dafür in Grenzen halten. Ich habe 10 Euro für den Agenten und 70 Euro für das Permint und Taxigebühren (Geldwechsel) bezahlt. Die ganze Prozedur dauert zwar etwas länger als in Mohacs (Ungarn) aber auch völlig problemlos.
Mit dem letzten Sonnenstrahlen erreiche ich Apatin und bleibe in neuen Jachthafen wiedermal im Schlamm stecken. Mit Hilfe des Hafenmeisters Molnar Mihael ziehen wir Balu so nahe an einen Steg, das ich aussteigen kann. Da ich elektrischen Strom bekommen habe, kann ich auch mit dem Heizlüfter die Kabine aufwärmen. Es hat nachts 8 – 10° Grad.

Donnerstag 11.09.2008

Heute ist Ruhetag, daher stehe ich erst etwas später auf. Vormittag gehe ich in der Nähe des Hafens in ein großes Einkaufszentrum zum Bummeln und ein paar Lebensmittel einkaufen.
Mittag habe ich mich erstmal eine Stunde hingelegt (man soll ja auch sein Rentner Dasein genießen) und da es noch viel zu heiß ist, mache ich erst einmal die notwendigen Bootsarbeiten. Wasser auffüllen, Müll entsorgen und da ich mit dem Boot nicht zur Tankstelle fahren kann, fülle ich zwei Kanister Diesel in den Tank und fahre dann mit meinem Tanklastzug (Fahrrad mit Anhänger) zur Tankstelle und wieder zurück.

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Um 18:00 Uhr mache ich mich auf den Weg. Ich will zu Fuß in den Prater gehen. Da ich nur eine ungefähre Beschreibung habe, wo ich hin muss, gehe ich natürlich einen Umweg. Landnavigation war noch nie meine Sache. Aber ich komme an, wie immer bei solchen Touren. Karussell gefahren bin ich dann doch nicht und der Heimweg war auch wieder ganz abenteuerlich.

Montag 01.09.2008

Bin um 6:00 Uhr aufgestanden und habe erst einmal die vielen Geschenke ordentlich verstaut. Gegen 8:00 Uhr zieht ein Gewitter auf, aber ich brauche sowieso noch Zeit um den Absperrhahn am Stb-Wassertank abzudichten.

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10:15 Uhr alle Arbeiten erledigt, das Gewitter ist vorbei und nun heist es wieder Leinen los zur nächsten Schleuse. Langsam habe ich Übung im Schleusen und ab der Europäischen Wasserscheide geht es immer nur noch Bergab, was das Schleusen auch wesentlich leichter macht. Zwischendurch immer wieder Regenschauer. Das Altmühltal ist wunderschön und andere Schiffe begegnen mir nur selten, sodass ich die herrlichen Uferauen ausreichend bewundern kann. Die Schleusen melden mich scheinbar auch jeweils an die Nächste weiter und ich kann immer ohne Wartezeit einfahren. Der Schleusenwärter in Riedenburg ist etwas unfreundlich, lässt sich aber doch erweichen mir einen Liegeplatz für die Nacht zu genehmigen. Abends sitze ich zum ersten mal auf dieser Reise im Cockpit, lese und trinke ein Glas Rotwein.

Sonntag 31.08.2008

Der Tag der Abreise ist schneller gekommen als ich schauen konnte. Es wäre noch einiges zu tun am Boot, aber es sind alles Kleinigkeiten, alle wichtigen Arbeiten sind erledigt. Wassertanks noch auffüllen und das Schiff für die große Feier putzen. Beim Auffüllen der Tanks habe ich ein komisches Gefühl, das irgend etwas undicht sein könnte. Und richtig, der Absperrhahn am Steuerbord-Wassertank tropft. Also noch schnell probieren abzudichten. (Hat aber nicht ganz funktioniert) Pünktlich um 10:00 Uhr erscheinen die ersten Gäste für die Abschiedsparty und jetzt geht es rund, Schiffsbesichtigungen und jede Menge Fragen der Besucher beantworten. Fast alle habe ein kleines Geschenk mitgebracht. Der Kartentisch ist bald überfüllt und bis zur Abfahrt auch der Salontisch.

12:00 Uhr ich halte noch ein Abschiedsrede und kann die Tränen nur mit Müh und Not unterdrücken. Noch ein paar Gespräche mit Freunden und Bekannten und dann will die Presse ( Rundfunk und Regional-Fernsehen) auch ihre Interviews, noch ein letzter Händedruck und ein Küsschen und dann heißt es pünktlich um 14:00 „Leine los“ zum großen Abenteuer.

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Die Erste Schleuse (Nürnberg) Einhand mit dem schweren Schiff ist ein Kampf. BALU lässt sich nur schwer an der Schleusenmauer halten, da ich beim Aufwärtsschleusen die Festmacherleinen immer wieder umsetzen muß.

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Nach der ersten Schleuse verabschieden sich die meisten Begleitfahrzeuge und nach einer kurzen Strecke kommt gleich die Schleuse Eibach. Auch hier wird meine ganze Kraft wieder gefordert.  Nach der Schleuse verlässt mich auch das letzte Begleitboot und ich fahre allein in die Welt hinaus.

Die Schleuse Lerrstetten angefunkt , ich kann sofort einfahren und sie hat SCHWIMMPOLLER!!!!!

Auch in Eckersmühle darf ich sofort einfahren (mit Schwimmpoller). Der Schleusenwärter erlaubt mir am Festmacheplatz vor dem Obertor zu Übernachten.